Deutliche Kritik an Vorstoß für islamischen Feiertag

| 18. Oktober 2017 | 0 Kommentare

De Maizière in der Kritik

Thomas de Maizière, Foto: Martin Rulsch

Thomas de Maizière, Foto: Martin Rulsch

Berlin – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat mit seinem Vorschlag, künftig auch in Deutschland über die Einführung eines islamischen Feiertags nachzudenken, für ein geteiltes Echo gesorgt. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im niedersächsischen Wolfenbüttel sagte er, dass man in Regionen, in denen viele Muslime leben, durchaus analog zu beispielsweise katholischen Feiertagen über die Einführung eines muslimischen Feiertages sprechen könne.

Zuspruch erhielt er postwendend vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek: „Muslime sind Teil der Gesellschaft und es gibt Verständnis untereinander für ein gutes und friedliches Zusammenleben.“

Deutliche Kritik wiederum kam von der eigenen Partei, der CSU und der katholischen Kirche. CSU-Landesgruppenchef und Noch-Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte dazu: „Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar. Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen, kommt für uns nicht in Frage.“ Sein Parteikollege Stephan Meyer sprang Dobrindt zur Seite: „Deutschland ist über Jahrhunderte durch die christliche Tradition geprägt und bestimmt worden. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Auch der stellvertretende CSU-Chef, Manfred Weber, vertritt die Auffassung, dass die Integration nicht durch die Einführung von neuen Feiertagen besser gelingen werde. Weber dazu weiter: „Feiertage stehen vor allem für die religiöse Prägung eines Landes und nicht für einzelne Bevölkerungsgruppen.“

Eine ähnlich ablehnende Haltung nahm nun auch der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ein. Bosbach dazu wörtlich: „Bei uns kann nun wirklich jeder nach seiner Façon selig werden. Das gilt auch für das Feiern religiöser Feste. Eine andere Frage ist, ob der Staat zukünftig auch nicht-christliche Feiertage unter den Schutz einer gesetzlichen Regelung stellen soll.“ Vor allem die niedersächsische CDU zeigte sich angesichts des laufenden Landtagswahlkampfes verstört über die Äußerung des Bundesinnenministers.

Selbst die katholische Kirche, die in den letzten Jahren immer mehr auf Tuchfühlung zu Muslimen gegangen ist, hält die Einführung eines islamischen Feiertages nicht für sinnvoll. So erklärte der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Felix Bernard: „Die Frage nach der Einführung gesetzlicher muslimischer Feiertage in Deutschland liegt aus meiner Sicht noch nicht an.“

Mit seinem Vorstoß dürfte de Maizière seiner Partei vor allem im laufenden Landtagswahlkampf einen Bärendienst erwiesen haben.

Von Torsten Müller

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