Frauke Petry findet mehrere Unterstützer

| 18. Oktober 2017 | 0 Kommentare

Folgt auf das blaue Wunder die blaue Wende?

Frauke Petry, Foto: frauke-petry.com

Frauke Petry, Foto: frauke-petry.com

Dresden/Berlin – Vor wenigen Wochen war in der AfD noch von einem blauen Wunder die Rede, als die Partei mit 12,6 Prozent als drittstärkste Kraft in den Deutschen Bundestag einzog. Mittlerweile ist fraglich, wie viele der einstmals 94 AfD-Bundestagsabgeordneten der Partei bzw. der Fraktion erhalten bleiben.

Nachdem bereits einen Tag nach der Bundestagswahl AfD-Chefin Frauke Petry angekündigt hatte, nicht der Bundestagsfraktion ihrer Partei angehören zu wollen, traten sie und ihr Ehemann, der AfD-Europaabgeordnete und Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Landesverbandes Marcus Pretzell, aus der AfD aus. Mittlerweile hat sich auch die AfD-Fraktion im mecklenburgischen Landtag gespalten, weil vier Landtagsabgeordnete aus Partei und Fraktion austraten.

Weitere Austritte folgen auf Petrys Abgang

Nachdem Petry nicht nur die Bundestagsfraktion und die Partei, sondern auch ihre Landtagsfraktion im Sächsischen Landtag verlassen hat, steht diese nun auf der Kippe. So haben nach Petry auch der frühere AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer und die Abgeordneten Kirsten Muster, Andrea Kersten sowie Gunter Wild der Fraktion den Rücken gekehrt. Damit hat die anfangs mit 14 Abgeordneten gestartete Fraktion nur noch neun Mandatsträger, sieben braucht sie für den Erhalt des Fraktionsstatus.

Wild gab nun seinen Austritt aus der Fraktion bekannt, weil sich nach seiner Aussage immer mehr Abgeordnete der AfD von der parlamentarischen Arbeit abwenden, um ihr „persönliches Ego zu pflegen und handeln, um anderen zu schaden, anstatt der Gemeinschaft zu nutzen“. Auch Wild will nun das neue politische Projekt von Frauke Petry unterstützen.

„Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik“

Petry gab ihrerseits nun die Gründung der politischen Formation „Die Blaue Partei“ bekannt, parallel dazu wurde das Bürgerforum „Blaue Wende“ ins Leben gerufen. Petry dazu wörtlich: „Blau steht für konservative, aber auch freiheitliche Politik in Deutschland und in Europa.“

Das neue Projekt Petrys wird mehrheitlich skeptisch gesehen. So hält der frühere AfD-Vorsitzende Bernd Lucke, der die Partei wegen Petrys Kurs verlassen hatte, die Idee für „völlig verkorkst“. Lucke dazu weiter: „Petry hat sich inhaltlich von keiner einzigen AfD-Position abgegrenzt. Mich würde es sehr wundern, wenn ihr viele Wähler glauben, dass ausgerechnet sie plötzlich eine gemäßigte Realpolitikerin sein will.“

CDU schlägt in die offene Wunde

Auch der sächsische Generalsekretär der CDU, Michael Kretschmer, äußerte deutliche Kritik: „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es ihr bei der Bundestagswahl in erster Linie um das Mandat und die damit verbundenen finanziellen Vorteile ging. Frauke Petry spricht von einem konservativen Politikangebot, dass ihre neue Bewegung bieten soll. Konservativ sein ist aber in erster Linie mit Tugenden wie Ehrlichkeit, Geradlinigkeit und Verlässlichkeit verbunden. Unehrlichkeit und Wankelmut hingegen sind keine Zeichen von klarer Linie und Prinzipienfestigkeit, sondern ein deutliches Anzeichen für Beliebigkeit.“

Es wird nun mit Spannung zu verfolgen sein, wie viele AfD-Politiker die Partei nun noch in Richtung von Petrys Parteineugründung verlassen werden.

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Kategorie: Politik

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