Kölner Polizeipräsident war nur das Bauernopfer

| 17. Dezember 2016 | 0 Kommentare

Kritik am Bundesinnenminister

Köln in der Silvesternacht

Köln in der Silvesternacht

Von Torsten Müller

Köln – In rund zwei Wochen jähren sich die dramatischen Ereignisse der zurückliegenden Silvesternacht in Köln zum ersten Mal. Weit mehr als tausend Frauen wurden Opfer sexueller Belästigungen. Viele wurden darüber hinaus beraubt, es soll sogar zu Vergewaltigungen gekommen sein. Die Täter sollen, den Beschreibungen der Zeugen zufolge, fast ausschließlich arabische und nordafrikanische Männer gewesen sein. Die Sicherheitsbehörden gehen von mehr als tausend Tätern aus.

Bezeichnend ist, dass es sowohl politisch als auch juristisch seither kaum Konsequenzen gab. Weder die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, ihr Innenminister Ralf Jäger noch Bundesinnenminister Thomas de Maizière zogen daraus die politischen Konsequenzen. Das einzige Bauernopfer, das gemacht wurde, war der ehemalige Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers, der seinen Posten räumen musste. Innenminister de Maizière hatte seinerzeit mit Blick auf die überforderte Polizei vor Ort gesagt: „So kann Polizei nicht arbeiten.“

Albers konterte nun: „Der Minister hatte zu dem Zeitpunkt nur einen sehr geringen Informationsstand. So kann Regierung nicht arbeiten.“ Die Kritik an ihm sei zu Unrecht erfolgt. Noch am Tag, als ihm die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand mitgeteilt wurde, hatte Innenminister Jäger ihm gesagt: „Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen.“
Allein daran erkennt man, dass es sich bei Albers um ein politisches Bauernopfer handelt, um die verantwortlichen Politiker zu schützen. Albers dazu wörtlich: „Niemand hat Verantwortung übernommen.“ Über den Einsatz selbst sagt der ehemalige Polizeipräsident: „Wir hatten eine fatale Erkenntnislage.“ Er denke bis heute darüber nach, „wann und wie man das alles noch hätte verhindern können“.

Die einzigen, die aus der Kölner Silvesternacht gelernt zu haben scheinen, sind die Sicherheitsbehörden. Die Kölner Polizei hat das Sicherheitskonzept für die Silvesternacht komplett überarbeitet, sodass nun die zehnfache Zahl an Polizisten vor Ort sein wird, um die Bürger und vor allem auch die Frauen zu schützen.

Man kann nur hoffen, dass es der Polizei dieses Jahr gelingt, ähnliche Gewaltexzesse zu verhindern. Wenn nicht, wird es sichtbare politische und vor allem auch personelle Konsequenzen geben müssen.

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