Millionen Deutsche sind auf mehrere Jobs angewiesen

| 18. Oktober 2017 | 0 Kommentare

Arm trotz Arbeit

Armut - Der Freiheitliche

Armut – Der Freiheitliche

Berlin – Die Zahl der Bürger, die von ihrer Arbeit nicht leben können und daher auf mehrere Jobs angewiesen sind, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Mehr als 3,2 Millionen hatten im März dieses Jahres mehr als ein Beschäftigungsverhältnis – etwa eine Million mehr als noch vor einem Jahr.

Die offizielle Arbeitslosenstatistik weist zwar momentan ein Rekordtief auf, welches allerdings mit der Tatsache erkauft ist, dass Millionen Deutsche im Niedriglohnsektor beschäftigt sind und ihre geringen Löhne vom Amt aufstocken lassen müssen. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist seit Jahren kontinuierlich ansteigend, aktuell liegt die Zahl der Minijobber bei 7,5 Millionen.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, sagte dazu: „Für immer mehr Beschäftigte reicht das Einkommen aus einem Job nicht mehr aus. Der überwiegende Teil dürfte aus purer finanzieller Not mehr als einen Job haben und nicht freiwillig.“

2,7 Millionen Menschen in Deutschland haben zwar eine sozialversicherungspflichtige Arbeit, sind nebenher aber auf die Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung angewiesen. 310.000 Menschen haben sogar zwei oder mehr geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Es ist darüber hinaus davon auszugehen, dass bei jedem achten Beschäftigungsverhältnis im Minijob-Bereich der Mindestlohn illegal unterschritten wird.

Zimmermann dazu weiter: „Die scheidende Bundesregierung hat hier auf der ganzen Linie versagt.“ Es sei nicht ausreichend, einen Mindestlohn einzuführen. Dieser müsse auch angemessen hoch sein. Zudem spricht sie sich für die Abschaffung der „Niedriglohnbeschäftigung in Form der Leiharbeit“ aus.

Aufgrund der Flüchtlingskrise dürfte der Druck auf die Löhne in Deutschland in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Der Asylzustrom und der oft dauerhafte Aufenthalt auch abgelehnter Asylbewerber in Deutschland wird zu einer verschärften Konkurrenz um Arbeit im Niedriglohnsektor führen.

Bislang liegen keinerlei Konzepte seitens der im Bundestag vertretenen Parteien vor, wie die betroffenen Geringverdiener vor dieser neuen Konkurrenz geschützt werden könnten.

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Kategorie: Politik

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