Prof. Max Otte: „Rettet unser Bargeld“

| 30. Dezember 2016 | 0 Kommentare

Otte-Portfolios legten seit Juli um 15 % zu!

Prof. Max Otte / Rettet unser Bargeld

Prof. Max Otte / Rettet unser Bargeld

Ermüdungserscheinungen und Sollbruchstellen im System manipulierter Märkte

Von Rüdiger Dietrich

Köln – Der mit seinem Buch „Der Crash kommt“ zum Krisenwahrsager gewordene Fondsmanager Prof. Max Otte meldet sich vergleichbar zu Prof. Hans-Werner Sinn häufig mit kritisch warnender Stimme an die Öffentlichkeit. Gegenwärtig steht die Bedeutung des Bargeldes im Fokus seiner Betrachtungen, womit sich auch seine 2016 veröffentlichte, stark nachgefragte Streitschrift mit dem Titel „Rettet unser Bargeld“ beschäftigt. Doch ist er mit Blick auf die Anleger seiner Produkte auch selbst in der Lage zu liefern, was seine Glaubwürdigkeit erhöht. Seit Juli legten die Otte-Portfolios, PI Global Value Fund und der Max Otte-Vermögensbildungsfonds, um jeweils gut 15 Prozent zu, was der Fondsmanager in einem Gespräch mit dem Magazin Wirtschaftswoche (WiWo) damit erklärt, sich auf seinen Anlagestil konzentriert zu haben, was Früchte trage. Otte räumt ein, dass seine seit langem vertretenen Investmentthesen zwar ihre Zeit gebraucht hätten, was jedoch nur zeigt, wie wichtig es ist, seinem Stil treu zu bleiben. Gegenwärtig sieht er die Stunde der Industriewerte und der potenziellen Inflationsgewinner gekommen. Die Basis in seinen Fonds bilden immer noch Qualitätstitel, jedoch seien die Zykliker sozusagen das Salz in der Suppe. Otte spricht von einer Rückkehr der Zykliker.

Der Fondsmanager Otte stellt in Aussicht, mit scharfen Risikolimits noch mehr selektiv in Zykliker und Rohstoffe zu gehen. In jedem Fall stellt der Wirtschaftsprofessor als Konsequenz aus der fehlgeleiteten Notenbankpolitik für Privatanleger fest, raus aus den Geldvermögen zu gehen, egal ob Anleihen, Festgeld oder Lebensversicherungen, und stattdessen in reale Vermögenswerte, also Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Edelmetalle zu investieren. Max Otte steht für klare Vorstellungen in der Wirtschaftswelt und ist bekannt dafür, auch wenn die Fachwelt nur von Privatbanken zu sprechen scheint, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie andere genossenschaftlich organisierte Banken als Stabilitätsfaktor und als Weg zur Mittelstandsförderung zu befürworten. Er unterstützte 2010 das Verbot ungedeckter Leerverkäufe und setzt sich, obwohl selbst Fondsmanager, für eine starke Finanzmarktregulierung ein und fordert sinnvolle Eigenkapitalregeln als Basis der Haftung von Banken in einer Marktwirtschaft. 2010 wagte Otte sogar einen Austritt der am stärksten verschuldeten Staaten Europas aus der Eurozone zu fordern.

Auch in seinem oben genannten jüngsten Interview behält der Professor seinen eigenständigen Zungenschlag bei, wenn er im Zusammenhang mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zur Diskussion um das Freihandelsabkommen sagt: „Wenn TTIP damit zunächst beerdigt würde, fände ich das gut für Europa. So bekäme Europa nochmal eine Atempause, um sich auf sich selbst zu besinnen.“ Laut Otte stößt die Notenbankpolitik an ihre Grenzen und zeigt das System der manipulierten Märkte immer mehr Ermüdungserscheinungen und Sollbruchstellen. Hinter dem Ansinnen das Bargeld abzuschaffen, sieht Prof. Max Otte, der auch die Internetpetition https://rettet-unser-bargeld.de/ ins Leben rief, politisches Kalkül. „Das Ganze hat vor allem das Ziel, Negativzinsen besser durchsetzen zu können sowie die insolventen Staaten und das marode Bankensystem besser sanieren zu können“, so seine Befürchtung. Seine von Ullstein herausgegebene Streitschrift mit gleichnamigem Titel wie die diesbezügliche Petition umfasst 48 Seiten im Taschenbuchformat.

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