Steuermehreinnahmen für systemische FuE-Anreize zu nutzen

| 29. Januar 2017 | 0 Kommentare

Spitzenverbände der Industrie fordern steuerliche Forschungsförderung

Dieter Kempf und Joachim Lang, Foto: Christian Kruppa

Dieter Kempf und Joachim Lang, Foto: Christian Kruppa

Berlin – Nicht zuletzt durch eine rasant voranschreitende Globalisierung stieg die Frage nach einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit stark in ihrem Bedeutungsgehalt. Und im Zuge dessen wird der Grad der Innovationsfähigkeit einer Volkswirtschaft wichtiger. Hier muss Deutschland aufpassen, nicht hinter einigen besonders innovationsstarken Nationen zurückzufallen. Aus politischer Perspektive muss in diesem Kontext die Qualität der Forschungsförderung in den Blick genommen werden. Diesen Blick darauf richteten der Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) im Rahmen einer Studie. Die beiden Spitzenverbände der Industrie fordern eine steuerliche Forschungsförderung von mindestens zehn Prozent für Forschungs- und Entwicklungskosten. Der 360-Grad-Check von BDI und ZVEI analysiert ertragssteuerliche sowie weitere wettbewerbsrelevante Standortfaktoren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem internationalen Vergleich von steuerlichen Förderinstrumenten in der EU, weiteren OECD- und BRICS-Staaten.

Den Verbänden zufolge belegt die Auswertung von 60 empirischen Studien die positiven Effekte steuerlicher Anreize für Forschung und Entwicklung. Demnach führt eine Steuergutschrift in Höhe von zehn Prozent der Aufwendungen zu einer Ausweitung entsprechender Investitionen von etwa 14 Prozent. Das heißt, jeder für eine Steuergutschrift eingesetzte Euro erzeugt eine zusätzliche private Forschungs- und Entwicklungs-Tätigkeit von 1,25 Euro. „Forschung heute ist das Fundament für die Industrie von morgen. Nur so werden Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen. Nur so wird der Standort Deutschland stärker. Überschüsse aus Steuermehreinnahmen sind jetzt für systemische Anreize zu nutzen“, sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. „Die Digitalisierung stellt an Forschung und Entwicklung neue Anforderungen. Darauf muss die Politik reagieren, damit Forschung und Entwicklung auch künftig die zentrale Stellschraube für die Innovationsfähigkeit Deutschlands bleibt“, sagte ZVEI-Präsident Michael Ziesemer.

Gerade zum Zeitpunkt starker struktureller Veränderungen, wie sie die Digitalisierung und globale Vernetzung mit sich bringen, wird viel von der Verbesserung der Standortfaktoren in Deutschland abhängen. Um in Zukunftsfeldern der großen Leitmärkte wie Industrie 4.0, Mobilität, Energie oder Health und Life Sciences erfolgreich zu sein, sind neben einem verbesserten Zugang zu internationalen Wissensnetzwerken verstärkte Investitionen in F&E notwendig. Die Studie prognostiziert mögliche gesamtwirtschaftliche Einkommensgewinne von rund 750 Millionen Euro im Jahr.

Von Rüdiger Dietrich

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Kategorie: Allgemein

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