Studie des IW Köln erkennt keine Gefahr der Blasenbildung

| 14. Januar 2017 | 0 Kommentare

In der Regel erwerben ältere Haushalte mit gesichertem Einkommen Immobilien

Prof. Dr. Michael Voigtländer, Bild: iwkoeln.de

Prof. Dr. Michael Voigtländer, Bild: iwkoeln.de

Köln – Aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) ist herauszulesen, dass auf dem deutschen Immobilienmarkt noch keine Blase zu befürchten ist, wenngleich auch die Immobilienpreise nicht unterbewertet seien. In besagter Studie wird untersucht, ob die Entwicklung der Wohnungsfinanzierung in Deutschland Gefahren für die Finanzstabilität birgt, indem zum einen geprüft wird, ob die Kreditvergabe vor dem Hintergrund der makroökonomischen Rahmenbedingungen als exzessiv angesehen werden muss und zum anderen wird analysiert, ob die Hypothekarkredite und die Kreditnehmer höhere Risiken für Kreditausfälle aufweisen. Gemessen an den niedrigen Zinsen und höheren Einkommen sei jedoch eine weitere Steigerung der Preise zu erwarten. Die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen werde laut den Studienautoren reduziert, indem die Hypotheken-Kredite, die durch einen Grundbucheintrag besichert sind, in den vergangenen Jahren zwar angestiegen, aber langsamer als die durchschnittlichen Einkommen. Von der Nachfrageseite erkennt die Studie keine deutlichen spekulativen Tendenzen.

Auf Basis eines empirischen Modells soll aufgezeigt werden, dass sich die Kreditvolumina deutlich schwächer entwickeln, als dies angesichts der Rahmenbedingungen von steigenden Preisen und niedrigen Zinsen zu erwarten gewesen wäre. Daten zu Beleihungsausläufen, Tilgungen und Laufzeiten sowie zu den Kreditnehmern zeigen nach den Untersuchungen von Prof. Dr. Michael Voigländer und Daniel Bendel keine Indizien für zusätzliche Risiken. „Die Ausgestaltung der Kreditprodukte ist ein wichtiger Indikator zur Beurteilung der Risiken für die Finanzstabilität. Eine spekulative Blase zeigt sich vor allem dadurch, dass Haushalte Immobilien nicht mehr primär wegen ihrer Nutzung kaufen, sondern, weil sie auf kurzfristige Wertsteigerungen setzen. Jedoch gilt Deutschland als ein Land mit einer konservativen Immobilienfinanzierung. Kredite sind in der Regel langfristig finanziert und Banken erwarten einen signifikanten Eigenkapitalanteil“, heißt es in der Studie.

Der Anteil der Kredite mit einem Beleihungsauslauf von mehr als 100 Prozent nahm seit 2004 von 11,4 % auf 2,6 % im ersten Quartal 2016 deutlich ab. Jedoch nahm der Anteil der Immobilienkredite mit einem Beleihungsauslauf zwischen 81 und 100 % im Vergleichszeitraum um mehr als 11 Prozentpunkte zu. Allerdings stieg auch die weit konservativere Vertragsstruktur mit einem Beleihungsauslauf zwischen 0 und 60 Prozent im gleichen Zeitraum um rund sieben Prozentpunkte und machte mehr als ein Drittel aller erfassten Immobilienkredite aus. Insgesamt sieht aber die Studie wenige Anhaltspunkte für eine höhere Risikoposition im Immobilienkreditmarkt. Gemessen an der Entwicklung der Zinsen und Preise wird in ihr ein relativ geringeres Kreditvolumen zum BIP im Vergleich zu früheren Boomphasen ausgemacht. Bei den Kreditprodukten sieht sie es nur unwesentliche Änderungen, passend zur Tendenz niedrigerer Verschuldung steigen aber insgesamt die Tilgungssätze. Außerdem zeigt sich auf Käuferseite, dass in der Regel ältere Haushalte mit gesichertem Einkommen Immobilien erwerben.

Von Rüdiger Dietrich

Der Beitrag Studie des IW Köln erkennt keine Gefahr der Blasenbildung stammt von NORTEXA.

Powered by WPeMatico

Schlagwörter: , , , , ,

Kategorie: Nortexa

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: